Von Giuseppe Gambino
Eine staatliche Förderung macht dann Sinn, wenn sie einen tatsächlichen Mehrwert bietet.
Die kann in unterschiedlichen Formen erfolgen:
1. Fördermittel in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen oder sehr zinsgünstiger Darlehen bei anstehenden Investitionen.
Der Vorteil hierbei ist der, daß das Unternehmen seine Liquidität schont und unter Umständen die Rendite, bei richtiger Anlage der Rücklagen, höher ist, als der zu zahlende Zins für das Förderdarlehen. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Rückzahlung des Darlehens zu einem späteren Zeitpunkt zu beginnen. Auch das schont zunächst die Liquidität.
2. Steuerfreie Rendite bei bestimmten Investitionen zur Bildung von Rücklagen
Hierbei sprechen wir von einer indirekten Förderung, die aber eine erhebliche Wirkung hat.
Erstes Beispiel: Investition 100.000,-€, 10 Jahre, 6 % Rendite p.a.
Ergebnis nach Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag ca. 154.000,-€
Ergebnis bei steuerfreier Auszahlung ca. 179.000,-€
Die Wirkung verstärkt sich mit zunehmender Dauer und höherer Rendite
Zweites Bespiel: Investition 100.000,-€, 15 Jahre, 8 % Rendite p.a.
Ergebnis nach Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag ca. 177.000,-€
Ergebnis bei steuerfreier Auszahlung ca. 216.000,-€
Drittes Beispiel: Monatliche Investition für den Ruhestand 1000,-€, Dynamik 3%
Dauer 25 Jahre, Rendite 6% p.a.
Ergebnis nach Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag ca. 739.000,-€
Ergebnis bei steuerfreier Auszahlung ca. 908.000,-€
Viertes Beispiel: Monatliche Investition für den Ruhestand 1000,-€, Dynamik 3%
Dauer 25 Jahre, Rendite 8% p.a.
Ergebnis nach Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag ca. 895.000,-€
Ergebnis bei steuerfreier Auszahlung ca. 1.200.000,-€
Es macht auf jeden Fall Sinn zu prüfen inwiefern eine Besteuerung der Erträge greift oder nicht!
Es macht wenig Sinn in Produkte zu investieren, die einen vermeintlichen Steuervorteil in der Investitionsphase bieten, bei Auszahlung aber dann nachgelagert versteuert werden müssen! Hinzu kommen unter Umständen Abgaben an die Krankenversicherung.
Das bekannteste Beispiel:
Die Rüruprente
Zentrale Nachteile der Rürup-Rente
- Geringe Rendite: Die garantierte Rendite (z.Zt. 1% p.a.) bezieht sich auf das, was nach Kosten übrig bleibt. Bei fondgebundenen Verträgen bezieht sich die erwirtschaftete Rendite ebenfalls auf den Nettobetrag nach Kosten.
- Hohe Kosten: Viele klassische oder teure Fondstarife beinhalten hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, die die Rendite mindern ( Gemäß Bafin und Verbraucherzentralen im Durchschnitt 30% der monatlichen Investition)
- Keine Kündigung oder Rückzahlung: Einmal eingezahltes Geld ist fest gebunden. Ein Rückkaufwert oder eine Auszahlung bei finanziellen Notlagen ist gesetzlich ausgeschlossen (höchstens eine Beitragsfreistellung ist möglich).
- Kein Kapitalwahlrecht: Zum Rentenbeginn gibt es keine einmalige Summe auf das Konto. Das angesparte Guthaben wird zwingend in eine lebenslange monatliche Rente umgewandelt.
- Fehlende Vererbbarkeit: Stirbt der Versicherte in der Ansparphase oder kurz nach Rentenbeginn, verfällt das restliche Guthaben, es sei denn, es wurde ein teurer Hinterbliebenenschutz (z. B. für Ehepartner) vereinbart.
- Nachgelagerte Besteuerung: Die Rentenbezüge müssen im Alter versteuert werden. Bei Renteneintritt in späteren Jahren steigt der steuerpflichtige Anteil bis auf 100 %.
Fazit: Auch vermeintlich geförderte Finanzprodukte können mit erheblichen Nachteilen behaftet sein. In der Praxis zeigt sich häufig, dass viele hier aufgrund des vermeintlichen Steuervorteils nicht weiter nachrechnen, was aber durchaus Sinn macht.
Deshalb: Lassen sie alle Optionen prüfen um alle sinnvollen Förderungen zu nutzen. Gerne könne Sie uns bei Fragen kontaktieren.
Giuseppe Gambino