Von TMT
WordPress, TYPO3 oder ein anderes Content-Management-System gehören für viele ganz selbstverständlich zu einer Website. Schließlich müssen Texte geändert, Bilder ausgetauscht oder neue Seiten angelegt werden können.
Auch wir bei TMT haben über viele Jahre Websites fast ausschließlich auf Basis solcher Systeme entwickelt – und tun das auch heute noch.
Bei der Überarbeitung unserer eigenen Website haben wir uns trotzdem eine andere Frage gestellt: Brauchen wir das alles eigentlich selbst?
Denn tmt.de besteht überwiegend aus Informationen über unsere Leistungen, Projekte und unser Unternehmen. Diese Inhalte ändern sich regelmäßig. Sie müssen aber nicht bei jedem einzelnen Seitenaufruf neu aus einer Datenbank geladen und zusammengesetzt werden.
Deshalb haben wir bei unserer neuen Website einen anderen Weg gewählt.
Im Grunde ein Schritt zurück – und gleichzeitig nach vorn
Unsere neue tmt.de wird statisch ausgeliefert. Die einzelnen Seiten werden bereits vorher fertig erzeugt. Ruft jemand eine Seite auf, muss im Hintergrund nicht erst eine Datenbank abgefragt und die Seite zusammengesetzt werden. Der Browser bekommt im Wesentlichen das fertige Ergebnis.
Ganz ohne Redaktionssystem arbeiten wir trotzdem nicht. Texte und Bilder werden weiterhin über ein schlankes CMS gepflegt. Dieses System ist aber nicht Teil der öffentlich ausgelieferten Website.
Im Grunde sind wir damit ein Stück zu den Wurzeln des Webs zurückgekehrt: schlankes HTML, das direkt ausgeliefert wird, nur eben mit den technischen Möglichkeiten von heute.
Warum dieser Aufwand?
Zum einen wegen der Geschwindigkeit. Eine Seite, die bereits fertig ist, muss beim Aufruf nicht erst gebaut werden. Das macht sich gerade unterwegs oder bei schlechter Mobilfunkverbindung bemerkbar.
Mindestens genauso interessant war für uns aber das Thema Sicherheit.
Bei einer klassischen CMS-Website gibt es verschiedene Komponenten, die erreichbar sein müssen und entsprechend gepflegt werden wollen: Datenbank, Login, serverseitiger Code, Schnittstellen oder Plugins.
Was davon gar nicht erst öffentlich vorhanden ist, kann dort auch nicht angegriffen werden.
Bei unserer neuen Website gibt es deshalb im Vordergrund keine Datenbank, keinen öffentlichen CMS-Login und keine Plugin-Landschaft, für die regelmäßig Sicherheitsupdates eingespielt werden müssen.
Das bedeutet nicht, dass eine statische Website automatisch sicher ist. Aber bestimmte mögliche Angriffswege fallen schlicht weg.
Statisch heißt nicht, dass nichts passiert
Wer jetzt eine Website vor Augen hat, die nur aus Text und ein paar Bildern besteht, liegt allerdings daneben.
Auf tmt.de gibt es Animationen, Videos, 3D-Elemente, Projektkarussells und einen KI-Assistenten.
Der Unterschied liegt darin, wie diese Funktionen eingebunden werden. Sie werden nur dort geladen, wo sie tatsächlich benötigt werden. Der überwiegende Teil der Website bleibt einfaches, bereits fertiges HTML.
So muss nicht die gesamte Website technisch komplex werden, nur weil an einzelnen Stellen komplexere Funktionen benötigt werden.
Ist das jetzt die bessere Lösung für jede Website?
Nein.
Ein gutes Gegenbeispiel ist die neue Website von Büttner Massivhaus, die wir ebenfalls umgesetzt haben.
Dort reicht es nicht aus, hauptsächlich fertige Inhaltsseiten auszuliefern. Herzstück der Website ist ein Hausfinder, über den verfügbare Häuser in einer Datenbank verwaltet und nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden können. Hinzu kommen Kartenfunktionen und die Integration eines externen Hauskonfigurators.
Hier bildet WordPress die technische Basis und wurde von uns gezielt um individuelle Funktionen erweitert.
Und genau das ist eigentlich der Punkt.
Bei einer neuen Website wird häufig sehr früh darüber gesprochen, welches CMS eingesetzt werden soll. Dabei müsste die erste Frage eine andere sein:
Was muss die Website eigentlich können?
Wie viele Personen pflegen Inhalte? Wie häufig ändern sich diese? Gibt es Datenbanken oder Schnittstellen? Welche Funktionen müssen tatsächlich dynamisch sein? Welche Anforderungen gibt es an Geschwindigkeit und Sicherheit? Und wie viel Technik möchte man über die nächsten Jahre warten und aktuell halten?
Erst danach sollte die Entscheidung für die technische Lösung fallen.
Für unsere eigene Website war eine statische Architektur der richtige Weg. Für andere Projekte ist es weiterhin WordPress oder eine individuelle Anwendung.
Vielleicht sollte die Frage bei der nächsten Überarbeitung einer Unternehmenswebsite deshalb nicht gleich lauten:
„Welches CMS nehmen wir?“
Sondern zunächst einmal:
„Was muss unsere Website eigentlich können?“