Fachkräftemangel: Typische Führungsfehler vermeiden
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Fachkräftemangel: Typische Führungsfehler vermeiden

23. März 2026 · Hannes Goth Hannes Goth

Von Hannes Goth

Viele Mittelständler konzentrieren sich im Kampf gegen den Fachkräftemangel auf die Gen Z und modernes Recruiting. Dabei übersehen sie oft das Fundament dauerhafter Mitarbeiterbindung: ihre Führungskräfte. Wer Fachkräfte halten will, muss Führung neu denken und mit typischen Führungsfehlern aufräumen. Denn die meisten Mitarbeitenden kündigen nicht den Job, sie kündigen ihrem Vorgesetzten.

Führung als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung

Originelle Benefits, Zusatzleistungen und aufwändiges Onboarding helfen wenig, wenn es am Führungspersonal hapert. Laut Gallup Engagement Index sind nur noch 16 Prozent der Mitarbeitenden uneingeschränkt mit ihrer Führungskraft zufrieden, vor drei Jahren waren es noch 41 Prozent. Unzufriedenheit mit Vorgesetzten zählt nach dem Gehalt zudem nach wie vor zu den Hauptkündigungsgründen. Warum also Unsummen in Employer Branding investieren, wenn die Arbeitgebermarke letztlich von der Qualität der Führung abhängt?

Fünf Führungsfehler, die Fachkräfte vertreiben

Fünf Führungsfehler treten im Mittelstand besonders häufig auf. Sie gezielt anzugehen, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, um langjährige Mitarbeitende dauerhaft zu binden und dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken.

1. Rückdelegation:

Führung bedeutet, Verantwortung abzugeben, nicht sie auf Umwegen wieder einzusammeln. In KMU delegieren viele Teamleiter Aufgaben an ihre Mitarbeitenden, nur um sie wenig später selbst wieder auf ihrem Schreibtisch zu haben. Dieses Hin und Her raubt nicht nur Zeit, sondern dem Mitarbeitenden auch die Motivation und Lernchancen. Besser: Ihn befähigen, die Aufgabe selbst erledigen – sei es durch mehr Zeit, Ressourcen oder gezielte Weiterentwicklung.

2. Personalentwicklung endet nach dem Onboarding:Viele Betriebe versprechen im Recruiting, was sie später nicht halten. Ein gutes Onboarding reicht nicht, wenn danach Stillstand herrscht. Führungskräfte sollten stattdessen mit Mitarbeitenden früh Entwicklungsziele festlegen und regelmäßig über Fortschritte sprechen. Das bindet und kann sogar Kündigungen verhindern.

3. Neue Führungskräfte unbegleitet lassen:Häufig werden Führungskräfte aus den eigenen Reihen befördert und dann sich selbst überlassen. Der Rollenwechsel vom Kollegen zum Vorgesetzten ist jedoch heikel. Ohne Unterstützung drohen Spannungen, Demotivation und zu guter Letzt die (innere) Kündigung.

4. Fehlende Kommunikation:

Gute Führung lebt von klarer Kommunikation. Doch viele Teamleiter verfügen selten über Expertise darin. Ein klares Defizit, denn nur wer klare Anweisungen gibt, aktiv zuhört und offen informiert, kann Vertrauen schaffen, Konflikte lösen und für reibungslose Abläufe sorgen.

5. Führungsstil ohne Methode:Führungsmethoden übernimmt man im Mittelstand oft vom Vorgänger, ohne sie zu hinterfragen. Verschenktes Potenzial, denn Leadership lässt sich gezielt trainieren. So finden Führungskräfte ihren eigenen Stil – statt in alten Mustern zu verharren.

Permanent an der Führung arbeiten

All diese typischen Fehler sind ein guter Anfang, um die Führungskompetenz im eigenen Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen. Erkennen Sie sich oder Ihre Teamleader darin wieder? Dann ist es höchste Zeit, zu handeln. Wer in Führung investiert, spart sich viele Abgänge und gewinnt Loyalität, die man nicht kaufen kann.Bildquelle: Bild KI-generiert

Hannes Goth

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Experte Unternehmenswachstum

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