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KI-Zukunftstag Nordbayern
Nachlese · 22. September 2026

Medien und Unterlagen

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Eingangsstatement zum KI-Zukunftstag

Dr. Michael Hohl

Geschäftsführer, VERVIA Vertrieb u. Consulting GmbH

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Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste,

stellen Sie sich einen ganz gewöhnlichen Vormittag in Ihrer Verwaltung vor.

Das Telefon klingelt. Im Postfach warten neue Anfragen. Eine Kollegin ist krank. Ein Bürger braucht dringend eine Auskunft. Und irgendwo in einer Akte steht genau die Information, die Sie jetzt benötigen.

Sie wissen, dass es sie gibt. Sie wissen nur gerade nicht, wo.

Dabei möchten Sie diesem Menschen helfen. Sie sehen, dass ihn sein Anliegen beschäftigt. Gleichzeitig wissen Sie, was heute noch alles auf Ihrem Schreibtisch liegt.

Viele von Ihnen kennen solche Situationen. Und vielleicht kennen Sie auch das Gefühl am Ende eines langen Arbeitstages: viel geschafft zu haben – und trotzdem bleibt manches liegen, das Ihnen wichtig gewesen wäre.

Nun stellen Sie sich vor: Sie finden die gesuchte Information in wenigen Sekunden. Mit einer verlässlichen Quellenangabe. Sie erhalten einen brauchbaren Entwurf für Ihre Antwort. Und Sie gewinnen etwas zurück, das im Arbeitsalltag besonders kostbar geworden ist: Zeit und Ruhe, um sich einem Anliegen wirklich widmen zu können.

Wie viel wäre das wert – für Sie, für Ihre Mitarbeitenden, für die Menschen, die sich an Sie wenden?

Mit dieser Frage heiße ich Sie herzlich willkommen zu unserem KI-Zukunftstag hier im Fichtelgebirgshof!

Ich freue mich, dass Sie heute da sind. Denn mir ist bewusst: Wer einen Tag für eine solche Veranstaltung freimacht, hat deshalb am nächsten Morgen meist keinen leereren Schreibtisch. Umso mehr danke ich Ihnen für Ihre Zeit und Ihre Offenheit.

In unseren Behörden wird jeden Tag viel geleistet. Oft unter Bedingungen, die von außen kaum jemand sieht. Bürgerinnen und Bürger erleben ihren einzelnen Vorgang. Sie sehen selten die vielen anderen Anliegen, die gleichzeitig bearbeitet werden müssen.

Dahinter stehen Beschäftigte, die sorgfältig arbeiten, Verantwortung übernehmen und helfen wollen. Diese Menschen verdienen gute Arbeitsbedingungen und Werkzeuge, die sie spürbar unterstützen.

Darin liegt für mich eines der wichtigsten Versprechen der Künstlichen Intelligenz.

Sie kann helfen, Wissen schneller zu finden, Unterlagen zu ordnen und Routineaufgaben zu erleichtern. Wenn das gelingt, bleibt mehr Raum für die Aufgaben, bei denen Erfahrung, Urteilsvermögen und persönliches Gespräch besonders gefragt sind.

Und diese Entlastung wirkt weit über das einzelne Büro hinaus.

Denken wir an den Handwerksmeister, der seinen Betrieb erweitern möchte. An die Unternehmerin, die eine neue Produktionslinie plant. An zwei junge Menschen, die den Mut aufbringen, gemeinsam ein Unternehmen zu gründen.

Hinter ihren Anträgen stehen häufig große persönliche Entscheidungen. Ersparnisse werden eingesetzt. Kredite aufgenommen. Arbeitsplätze geplant. Und manchmal hängt auch die Zukunft einer Familie daran.

Klare Auskünfte, verständliche Anforderungen und berechenbare Abläufe geben diesen Menschen Sicherheit. Sie vermitteln: Ihr Anliegen wird verstanden. Sie können Ihren nächsten Schritt planen.

Eine leistungsfähige Verwaltung ist deshalb ein entscheidender Standortfaktor für Oberfranken.

Wenn KI dazu beiträgt, Rückfragen früher zu klären, Informationen leichter zugänglich zu machen und Vorgänge besser vorzubereiten, kann daraus wirtschaftlicher Spielraum entstehen. Investitionen lassen sich verlässlicher planen. Geschäftsideen bekommen eine Chance. Unternehmen können sich weiterentwickeln.

Davon profitieren die Menschen, die hier leben, arbeiten, ausbilden und ihre Zukunft aufbauen möchten.

In der Wirtschaft ist die Entwicklung bereits sichtbar: Nach der amtlichen Erhebung für 2025 nutzten in Bayern knapp drei von zehn Unternehmen ab zehn Beschäftigten Künstliche Intelligenz. Manche haben bereits viel Erfahrung gesammelt. Andere suchen noch einen guten Einstieg.

Auch in unseren Verwaltungen gibt es engagierte Menschen, gute Ideen und erste Anwendungen. Die große Aufgabe liegt jetzt darin, daraus verlässlichen Alltag zu machen.

Dabei ist mir eines wichtig: Es ist völlig verständlich, wenn diese Entwicklung auch Fragen und Unsicherheit auslöst.

Kann ich den Ergebnissen vertrauen? Was geschieht mit unseren Daten? Wie verändert sich meine Arbeit? Und werde ich die Zeit bekommen, den Umgang mit diesen neuen Werkzeugen zu lernen?

Diese Fragen verdienen verständliche Antworten, Zeit zum Lernen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln.

Veränderung gelingt leichter, wenn Menschen daran mitwirken können. Gerade Ihre Erfahrung wird gebraucht. Sie kennen die schwierigen Fälle. Sie wissen, wo ein Verfahren hakt. Und Sie können beurteilen, ob eine Anwendung im Alltag wirklich hilft.

Für diesen gemeinsamen Weg haben wir in Oberfranken gute Voraussetzungen.

Unsere Universitäten in Bamberg und Bayreuth und unsere Hochschulen in Coburg und Hof bringen Wissen, Forschung und junge Talente in die Region. Hinzu kommen Unternehmen, die Lösungen entwickeln, und Verwaltungen, die die Anforderungen der Praxis kennen.

Wenn wir diese Menschen zusammenbringen, kann viel entstehen.

Eine Frage aus einem Rathaus wird zum gemeinsamen Hochschulprojekt. Daraus entwickelt sich mit einem regionalen Unternehmen eine praxistaugliche Lösung. Und was sich an einem Ort bewährt, hilft anschließend auch anderen Kommunen.

So wachsen Wissen und Wertschöpfung in Oberfranken. So entstehen interessante Aufgaben für junge Menschen, denen wir hier eine berufliche Perspektive bieten möchten.

Es ist eine schöne Vorstellung, dass junge Menschen ihre Fähigkeiten dort entfalten können, wo sie sich zu Hause fühlen – und dabei unsere Region voranbringen.

Dieser Tag soll dazu einen Beitrag leisten.

Deshalb möchte ich Sie einladen: Nehmen Sie heute gedanklich eine Aufgabe aus Ihrem Arbeitsalltag mit durch das Programm. Eine Aufgabe, bei der Sie sagen: „Wenn wir hier weiterkämen, würde das meinem Team wirklich helfen.“

Hören Sie mit dieser Aufgabe im Kopf zu. Fragen Sie nach – gerade auch dann, wenn Ihnen etwas unklar bleibt. Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen. Vielleicht sitzt die Person, die einen hilfreichen Gedanken dazu hat, heute direkt neben Ihnen.

Mein herzlicher Dank gilt unseren Referenten, unseren Partnern und Unterstützern – und Ihnen allen, die diesen Tag mit ihren Fragen und Erfahrungen bereichern.

Ich wünsche uns, dass Sie heute Nachmittag mit einem konkreten nächsten Schritt nach Hause fahren. Und mit dem guten Gefühl, Menschen kennengelernt zu haben, mit denen Sie diesen Schritt gemeinsam gehen können.

So kann aus einer neuen technischen Möglichkeit etwas sehr Menschliches werden: Entlastung im Arbeitsalltag, mehr Zeit füreinander und neue Zuversicht für unsere Region.

Ich freue mich auf diesen Tag mit Ihnen. Lassen Sie uns gemeinsam anfangen!

Die Unterlagen sind ausschließlich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmt. Bitte geben Sie Dateien nicht weiter und veröffentlichen Sie sie nicht ohne Zustimmung des jeweiligen Urhebers.

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