Nachhaltigkeit: Warum Stillstand teurer ist als Transformation
Energie und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit: Warum Stillstand teurer ist als Transformation

23. März 2026 · Marina Schmitz Marina Schmitz

Grüne Wertschöpfung zahlt sich aus

Im Mittelstand hört man dennoch immer wieder den Einwand, dass Nachhaltigkeit teuer und aufwendig sei. Ein Irrglaube, wie zahlreiche Projekte mit KMU zeigen: Wer ökologische, ökonomische und soziale Interessen kombiniert, schafft reale wirtschaftliche Vorteile, ohne die Organisation auf links drehen zu müssen. Entscheidend ist, die relevanten Stellschrauben zu identifizieren und gezielt zu justieren.

Einstieg über Doppelte Wesentlichkeit

Als Einstieg bietet sich das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit ein – ein zentrales und unterschätztes Instrument aus der CSRD. Es hilft Betrieben, die Themen zu erkennen, sowohl ökologisch als auch betriebswirtschaftlich relevant sind: Welche Umweltaspekte beeinflussen mein Geschäft, und wie wirkt mein Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft?

Action statt Compliance

Haben Unternehmen die Fakten erst einmal schwarz auf weiß vor sich liegen, sind sie oft erstaunt, wie einfach sich daraus konkrete Handlungen ableiten lassen, um die Wertschöpfung zu steigern und gleichzeitig nachhaltiger zu gestalten. Messbare Effekte aus Projekten, die Polymundo bereits mit KMU umgesetzt hat, sind beispielsweise die Reduktion der Energiekosten um 5 bis 30 Prozent, Einsparungen beim Einkauf von 30 bis 40 Prozent und 10 Prozent Minus bei den Abfallkosten.

Integratives Transformationsmodell

Noch bessere Ergebnisse entstehen, wenn Nachhaltigkeit integrativ gedacht und in der DNA des Geschäftsmodells verankert wird. Jetzt, da der regulatorische Druck voraussichtlich sinkt, ist der richtige Zeitpunkt, Nachhaltigkeit als gemeinsames Projekt anzugehen. Dafür sollten Geschäftsleitung, Fachbereiche und Nachhaltigkeitsbeauftragte regelmäßig zusammenkommen und gemeinsam an Optimierungs- und Wachstumsmöglichkeiten arbeiten. Nachhaltigkeitskriterien können so sukzessive in immer mehr Geschäftsprozesse, Ausgaben- und Investitionsentscheidungen einbezogen werden, ohne dass der Aufwand überhandnimmt.

Nachhaltigkeit steigert Profitabilität

Wie deutlich sich der Geschäftswert mit dieser Herangehensweise steigern lässt, zeigt eine Studie des IBM Institute for Business Value. Unternehmen mit integrativer Nachhaltigkeitsstrategie sind demnach signifikant erfolgreicher: ihr Umsatzwachstum liegt im Schnitt 16 % höher, die Profitabilität um 52 %. Zudem steigt die Arbeitgeberattraktivität – teils um über 50 %.

Fazit

Die Omnibus-Regelung ist also eine Chance für den Mittelstand. Unternehmen können die Transformation nun freiwillig, fokussiert und passend zu ihrem Geschäftsmodell gestalten – statt sie wie bisher unter regulatorischem Zwang abzuarbeiten. Der Aufwand lohnt sich allemal: Nachhaltigkeit ist der entscheidende Wachstums- und Effektivitätstreiber der nächsten Jahre – ganz egal, wer dazu einen Report abgeben muss und wer nicht. Bildquelle: Bild KI-generiert

Marina Schmitz

Marina Schmitz

Expertin für Nachhaltigkeit

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