Von Wolfgang Bürger
Viele Unternehmer schieben das Thema Steuern in der Nachfolge gern vor sich her. Zu komplex, zu abstrakt, zu trocken. Doch wer sein Unternehmen übergibt, sollte genau hier genauer hinschauen. Denn mit der richtigen Struktur lassen sich beim Verkauf erhebliche steuerliche Vorteile nutzen.
Zunächst entscheidet die Transaktionsform über die steuerliche Ausgangslage. Beim Share Deal werden Unternehmensanteile verkauft, beim Asset Deal einzelne Vermögenswerte. Während Verkäufer häufig den Share Deal bevorzugen, weil er steuerlich günstiger sein kann, schätzen Käufer beim Asset Deal die größere Flexibilität bei der Risikoübernahme. Welche Variante sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Situation ab.
Auch persönliche Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Alter, Beteiligungshöhe, Rechtsform oder Haltedauer können darüber entscheiden, ob Freibeträge, reduzierte Steuersätze oder spezielle Verfahren genutzt werden können. Wer diese Stellschrauben kennt und frühzeitig berücksichtigt, kann den Nettoerlös aus dem Verkauf spürbar verbessern.
Ein besonders wirksames Instrument kann zudem die richtige Strukturierung sein – etwa durch eine Holdinglösung. Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Veräußerungsgewinne so steuerlich deutlich günstiger behandeln oder reinvestieren. Voraussetzung dafür ist allerdings eine frühzeitige Planung, denn viele steuerliche Vorteile greifen nur, wenn Fristen eingehalten werden.
Neben dem klassischen Verkauf bieten auch alternative Modelle steuerliche Gestaltungsspielräume. Dazu gehören etwa die Übergabe gegen Rentenzahlung, eine schrittweise Übertragung innerhalb der Familie oder sogar eine Verpachtung des Unternehmens. Diese Lösungen können Liquidität sichern, Risiken verteilen und gleichzeitig steuerliche Effekte optimieren.
Fazit: Steuerliche Chancen in der Nachfolge entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis guter Vorbereitung, klarer Ziele und professioneller Strukturierung. Wer frühzeitig plant, schafft sich nicht nur mehr Optionen – sondern am Ende oft auch ein deutlich besseres Ergebnis aus dem Lebenswerk.
Wolfgang Bürger